Igel | Begegnung der etwas anderen Art
Der Igel auf deutschen Straßen unterwegs
Sobald die Tage kürzer und die Nächte wieder länger werden, sind die kleinen stacheligen Gesellen wieder unterwegs. Igel werden erst im Schutz der Dunkelheit aktiv und gehen dann auf Nahrungssuche. Ein plötzliches Rascheln und Scharren deutet meist auf solch einen Igel hin. Auch nächtliches Schnarchen im eigenen Garten entlarvt nicht etwa einen Einbrecher, sondern kann von einem Igel kommen. Tatsächlich hört sich letzteres fast an wie bei dem ein oder anderen Menschen und ringt einem bei näherem Hinsehen ein breites Grinsen ab.
Doch so putzig die kleinen Stacheltiere auch aussehen mögen, hat deren nächtliches Streunen einen ernsthaften Hintergrund.
Die Vorbereitung der Igel für den Winterschlaf
Igel sind jetzt im Herbst auf jede Art von Nahrung angewiesen, da sie sich von Mitte November bis etwa Anfang April zum Winterschlaf zurück ziehen. Das heißt, alles Essbare wird gierig verschlungen, um sich auch jedes noch so winzige Gramm an Fettreserve an zu fressen und für die Zeit der Dauerstarre gewappnet zu sein.
Daher kann es vorkommen, dass so ein Igel schon mal die Mülltonne nach Essensresten durchsucht und als vermeintliche Nahrungsquelle in Beschlag nimmt. Gefährlich für den kleinen Kerl wird es dann, wenn er zwar hinein, aber nicht mehr hinaus findet.
Leider verenden auf diese Weise jedes Jahr viele Tiere auf qualvolle Art, sofern sie nicht rechtzeitig vom Menschen entdeckt und befreit werden. Haben Sie einmal einen Igel aus einer solch misslichen Lage befreit, ist dieser meist total erschöpft und ausgekühlt von der ganzen Aufregung.
Wann sollten und wie können wir dem Igel helfen
Wenn Sie den Igel auf die Hand nehmen und sein Bauch fühlt sich kühler an als Ihre eigene Körpertemperatur, dann päppeln Sie ihn am schnellsten wieder auf, indem Sie beispielsweise einen Karton mit Stroh auslegen und ein vorgewärmtes Kissen oder noch besser, eine in ein Handtuch eingewickelte Wärmflasche mit samt dem Igel hinein legen.
Auch wenn manche Menschen es gut meinen, gilt auch hier der Grundsatz: weniger ist mehr! Der stachelige Winzling mag nämlich zum Beispiel gar keine Milch, auch wenn das eine weit verbreitete Annahme ist. Milch verursacht bei ihm nämlich Verdauungsbeschwerden. Viel besser ist ein kleines Schüsselchen mit klarem Wasser.
Sollte das Tier sich in einem so schlechten Zustand befinden, dass diese Art der Pflege alleine nicht ausreicht, bringen Sie es auf jeden Fall zu einem Tierarzt. Es gibt spezielle Hilfstherapien explizit für Igel, auch wenn sich das ein wenig komisch anhören mag, da Igel eigentlich Wildtiere sind.
Beachten Sie bitte auch, dass Igel keine Spieltiere sind. Fotografieren mit Blitzlicht oder über den Kopf streicheln sind tabu. Das verursacht bei dem Tier lediglich eine Ausschüttung von Stresshormonen und kostet zusätzlich Energie, die jetzt für die oben genannten Reserven benötigt wird.
Dem Igel beim Hausbau helfen
Rollt sich ein Igel zu einer Kugel zusammen, zeigt er Ihnen deutlich, was er möchte: seine Ruhe.
Am meisten helfen können Sie, wenn Sie die kleinen Nachtwanderer unterstützen, sich ein geeignetes Nest für den Winterschlaf zu bauen. Natürlich sollen Sie jetzt kein Loch in Ihrem Garten graben - Baumärkte und Zoohandlungen bieten spezielle Igelkuppeln an. Auch Laub-, und Reisighaufen erleichtern dem kleinen Kerl seinen Nestbau enorm.
Alles Weitere übernimmt die Natur, bzw. der Igel selbst.